Workshops

Die Workshops finden im Zeitraum von 14:00 bis 15:45 Uhr statt.
Bitte geben Sie bei der Anmeldung Ihren Workshop-Wunsch an.
Ein späterer Wechsel des Workshops ist nicht vorgesehen.

Workshop 1 :
Staat geht auch mit Kindern! Zur Bedeutung der UN-Kinderrechtskonvention für eine Kinderpolitik in Deutschland
Vertiefung des Vortrags Claudia Kittel, Berlin
Seit nunmehr 30 Jahren ist die UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland in Kraft. Damit gelten die in ihr festgeschriebenen Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen für alle Kinder in Deutschland. Zentral dabei sind die Vorgaben aus Artikel 3 Absatz 1 UN-KRK mit dem darin festgeschriebenen Vorrang des Kindeswohls (best interests of the child). Dabei geht es um den Grundsatz, bei allen Kinder und Jugendliche berührenden Angelegenheiten der Perspektive von Kindern und Jugendlichen immer Gehör zu schenken und das Gehörte bei der Entscheidungsfindung auch zu berücksichtigen – auch in Kindertageseinrichtungen. Im vertiefenden Workshop zum Vortrag am Vormittag, soll der Frage nachgegangen werden, welche Vorgaben die UN-Kinderrechtskonvention hier für Kindertageseinrichtungen macht.
 
Workshop 2 :
Demokratische Partizipation von Kindern: Neun Aspekte demokratischen pädagogischen Handelns
Rüdiger Hansen, Kiel
Was tun pädagogische Fachkräfte im Kita-Alltag, um Kindern demokratische Partizipation zu ermöglichen, und welche Herausforderungen sind damit für sie verbunden? Diesen Fragen ging eine Fallstudie in schleswig-holsteinischen Kitas nach, die im Workshop vorgestellt und diskutiert werden soll.
 
Workshop 3 :
Kinder schützen, fördern, beteiligen
Andrea Abele, Ev. Landesverband Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg e.V.
Kinderschutz kann nicht gelingen, wenn wir Kindern Freiheiten nehmen, um eine vermeintliche Sicherheit zu erhöhen. Wie könnte ein alternativer Ansatz aussehen?
Kinder sind von Beginn an Träger eigener Rechte und nicht Objekte des Schutzes und der Fürsorge. Alle Formen von Gewalt entspringen dem fehlenden Respekt vor der Persönlichkeit eines Kinders und die Verletzung seines Rechts auf gewaltfreie Erziehung. Deshalb sind Schutzkonzepte und Kinderschutz ausschließlich auf der Basis der Kinderrechte zu entwickeln und umzusetzen. Diesen Thesen wollen wir uns stellen und die Konsequenzen für ein schriftliches Gewaltschutzkonzept und das gemeinsame Leben in der Kita diskutieren.
 
Workshop 4 :
Beteiligung von Kindern im Krippen-Alltag – Partizipation beim Mittagessen
Carolin Rauhöft, Akad.Mitarbeiterin, Projekt: Selbstkonzeptförderliche Interaktion in der Kita – Ich bin Ich 3.0, PH Schwäbisch Gmünd
Partizipation begünstigt den Erwerb sozialer Kompetenzen und unterstützt die Entwicklung von Selbstwirksamkeitserwartung. Die Art und Weise wie Pädagog*innen Kinder in den Kita-Alltag einbinden und sie anregen hat einen hohen Einfluss auf die Beteiligungsmöglichkeiten und das Zugehörigkeitsgefühl von Kindern. Kinder können sich in den ersten Lebensjahren nur bedingt verbal ausdrücken. Deshalb müssen pädagogische Fachkräfte in der Kita die Signale der Kinder deuten, angemessen interpretieren sowie prompt und feinfühlig beantworten können.
In der Studie „BiKA – Beteiligung von Kindern im Kita-Alltag“ wurde die Qualität in der Kindertagesbetreuung mit dem Fokus auf die Verwirklichung der Beteiligungsrechte von Kleinkindern empirisch erforscht. Untersucht wurde, wie und unter welchen Umständen es Pädagog*innen in Kindertagesstätten gelingt, die Perspektive und Bedürfnisse der betreuten Kinder in angemessener Weise zu berücksichtigen und ihr Recht auf Beteiligung in der für sie so wichtigen Lebenswelt Kita sicher zu stellen.
Im ersten Teil des Workshops werden auszugsweise die Ergebnisse der Studie vorgestellt und im zweiten Teil wird ein Teil der Studie näher beleuchtet, die Mittagessenssituation. Anschließend ist ein Erfahrungsaustausch geplant, indem thematisiert wird, wie die Umsetzung der Erkenntnisse aus der Studie in täglichen Alltagssituationen gelingen kann.
 
Workshop 5 :
Alltagshandeln von pädagogischen Fachkräften unter ethischen Perspektiven – Kinderrechte in Alltagssituationen
Sabine Kaiser, Diplompädagogin, Studiengang Kindheitspädagogik Ev. Hochschule Ludwigsburg
Kindliche Identitätsentwicklung bedarf emotional positiv erlebter Beziehungen zu Gleichaltrigen und zu Erwachsenen. Unter inklusivem und kinderrechtlichem Blickwinkel erhält dies eine umfassende Bedeutung für die Gestaltung des pädagogischen Alltags. Forschungsergebnisse zeigen, dass die überwiegenden Interaktionen vonseiten pädagogischer Fachkräfte unter ethischer Perspektive förderlich sind, sie erleben aber auch negative Interaktionen, häufig aus Unsicherheiten hinsichtlich kinderrechtlicher Bedarfe in Alltagssituationen wie z.B. bei Mahlzeiten. Im Workshop beschäftigen wir uns mit Befunden und Kriterien sowie mit aktuellen Ansätzen der Entwicklung ethisch orientierter Leitbilder sowie mit Möglichkeiten der teamorientierten organisationalen Entwicklung.
 
Workshop 6 :
Das Recht des Kindes auf das freie Spiel
Gabriele Pohl, Dipl.Päd., Leiterin des Kaspar Hauser Instituts, Mannheim; Päd. Leiterin des Zwischenraums, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Mannheim
Kinder haben Rechte:
Recht auf Spiel, Recht auf Bewegungsräume, Recht auf Natur, Recht auf den Umgang mit anderen Kindern.
Der Wille des Kindes ist auf Tätigkeit gerichtet. Es will die Welt erkunden und gestalten. Kinder brauchen Erfahrungen in der aktiven Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt, sie brauchen den anderen Menschen zum Lernen- unmittelbar. Bildung ist ein ganzheitlicher Prozess und bedeutet Persönlichkeitsbildung und Ausbildung von Fähigkeiten. Freiraum ist nötig! Kinder brauchen Bewegung, Raum, Natur, andere Menschen. Kinder brauchen Kinder. Nur so kann soziales Lernen gelingen.
Sie brauchen Herausforderungen, denen sie sich im freien Spiel selbst stellen. Sie wollen eigene Grenzen überwinden und Selbstwirksamkeitserfahrungen machen.
Das Spiel vor allem in der Natur weckt schöpferische Kräfte im Kind, macht es an Leib, Seele und Geist stark.
 
Workshop 7 :
Intensivkooperation – Impuls und Chance für eine gemeinsame Erziehung, Bildung, Betreuung unter einem Dach
Hanna Diehl, Dipl. Soz.Päd., Schulkindergartenleitung Winterhaldenkindergarten (Sindelfingen/Böblingen) & Ute Kuhn B.A., Gesamtleitung Evang. Ami Melly Kinderhaus, Konstanz
„Lebenswelten teilen und Begegnungen zwischen Kindern mit und ohne Behinderung ermöglichen und gestalten“
Der Winterhaldenkindergarten, ein Schulkindergarten für Körperbehinderte, hat sich auf den Weg gemacht, dies an zwei Standorten mit Kindertageseinrichtungen im Alltag Wirklichkeit werden zu lassen. Der Blick soll darauf gerichtet werden, wie dies in der Praxis aussehen kann und welche Chancen Kindern mit und ohne Behinderung so eröffnet werden.
Mutig einen neuen Weg gehen…
Viel wird über Inklusion gesprochen und geschrieben, sie im Alltag zu leben ist es wert, die Hürden in Angriff zu nehmen. Ein Bericht des Evang. Ami Melly Kinderhaus auf seinem Weg eine Intensivkooperation mit dem Schulkindergarten für Sprache und Hören einzugehen.
 
Workshop 8 :
Kinderrechte sind nicht nur Kindersache: Wie Kinderrechte im Alltag der Kindertagespflege umgesetzt werden
Ines Bloth, Diplompädagogin für Vorschulerziehung, Fachreferentin und Projektleiterin, Landesverband Kindertagespflege Baden-Württemberg e.V.
„Die zehnjährige Samira ist aus ihrer Heimat geflohen, weil es dort Krieg gab. Der achtjährige Achmed muss Geld zum Leben verdienen und putzt deshalb stundenlang Schuhe von anderen Leuten. Die dreizehnjährige Lena darf nicht zur Jugendfeuerwehr, weil sie ein Mädchen ist. Der fünfjährige Marcel muss in einer Pflegefamilie leben, weil sich seine Mutter nicht um ihn kümmern kann. Und die zwölfjährige Anna ärgert sich, weil dauernd jemand heimlich ihre Briefe liest.“
Fünf Kinder, fünf ganz unterschiedliche Situationen. Für alle fünf Kinder gibt es Kinderrechte, die sie in ihrer Situation schützen und stärken.
1989 wurde die UN-Kinderrechtskonvention von vielen Ländern der Erde unterschrieben. Sie verpflichteten sich damit der Beachtung der 10 Kinderrechte. Wie sieht es in der Kindertagespflege mit der Umsetzung der Kinderrechte aus? Diese und weitere Fragen werden im Workshop aufgegriffen. Anhand von vielen Fallkonstruktionen werden Situationen im Alltag der Kindertagespflege in Bezug auf die Umsetzung der Kinderrechte reflektiert.
 
Workshop 9 :
Schule und nun? – Zur Situation von Kindern mit Schulbegleitung an allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg
Ruth Himmel, (M.A.), Wiss.Mitarbeiterin Universitätsklinikum Ulm, Klink für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie
Die in den letzten Jahren stark ansteigenden Zahlen von Schulbegleitungen legen den Zusammenhang nahe, dass vielfach Schulbegleiter*innen dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche mit Teilhabebeeinträchtigungen ihr Recht auf inklusive Bildung (Art. 24 UN-BRK) an allgemeinbildenden Schulen verwirklichen können. Schulbegleitungen sind Individualhilfen, die über die Eingliederungshilfe, Jugendhilfe oder die Krankenkassen finanziert und schulunabhängig gesteuert werden. Nicht selten führt dies zu Rollenunklarheiten und Reibungsverlusten zwischen den „Systemen“. Für Baden-Württemberg hat die nachhaltige Förderung des Projekts „Schulbegleiter“ durch die Baden-Württemberg Stiftung einen wesentlichen Beitrag zu mehr Verlässlichkeit und Sicherheit im Umgang mit Schulbegleitung und zur Professionalisierung von Schulbegleiter*innen geleistet. Im Rahmen des Workshops werden Meilensteine des Projekts vorgestellt. Sie sollen anregen zur Diskussion über Perspektiven für mehr Inklusion hin zu einem „Dazugehören“ von Kindern und Jugendlichen – unabhängig davon, ob und welche Beeinträchtigung sie ggf. haben.